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„Gewolltes Chaos“ vor dem OP-Trakt – Schlossübung 2017

Veröffentlich am: 16. Oktober 2017

Die Sirenen heulen viermal schrill auf. Im Wernecker Schloss brennt es. Zum Glück ist es nur die jährliche Übung von Feuerwehr und Rettungskräften, die in dieser Oktobernacht ansteht.

Michael Christ hat sich dieses Szenario ausgedacht: Unterhalb des OP-Traktes kommt es bei Reparaturarbeiten zu einem Unfall. Es brennt, Rauch quillt in das Gebäude, Menschen sind im Untergeschoss, im OP-Bereich und im ersten Stock verletzt und oder eingeschlossen.

Nach wenigen Minuten trifft die Feuerwehr Werneck ein. Längst sind die Martinshörner aus allen möglichen Richtungen zu hören. Auch die Feuerwehren aus Essleben und Bergrheinfeld helfen mit.

Rund 100 Feuerwehrmänner und -frauen füllen schnell den Platz vor dem Operationstrakt. „Gewolltes Chaos“ nennen die Profis diese Phase. Inzwischen hat Thomas Bauke, der als Wernecker Kommandant den Einsatz leitet, erste Kommandos via Funk vergeben. Die wichtigen Infos übermittelten die Schwester und Ärzte der Klinik.

Schnell ist ein Feuerwehrwagen neben dem Operationssaal geparkt, Schläuche werden entrollt und angeschlossen; Wasser wird heute nicht fließen, es soll eine Trockenübung werden.

Die Atemschutzträger nehmen ihre gefüllten Flaschen aus dem Fahrzeug auf den Rücken, setzen ihre Masken auf und begeben sich zügig zum Unfallort. Im Dunkel der Nacht schauen die Feuerwehrleute aus wie Darsteller in einem Science-Fiction-Film. Man erkennt nur schemenhaft Körperumrisse, die grellen Uniformstreifen reflektieren jedes Licht.

Schnell ist der Ort gefunden, die Rettungsmaßnahmen laufen an. Tragen werden zur Unfallstelle gebracht. Die OP-Patienten kommen an die frische Luft und zum Sammelplatz. Dort warten schon die Rettungssanitäter, die kurz nach den Floriansjüngern eingetroffen sind. Sie übernehmen und betreuen die Verletzten.

"Rote" Unfallopfer müssen schnell versorgt werden

Rasch wird eine Klassifizierung getroffen. „Rote“ Unfallopfer müssen möglichst schnell vorsorgt werden. Sie werden sofort in das nächste (virtuelle) Krankenhaus gefahren. Die anderen Verletzten geleiten die Helfer vom Roten Kreuz in den Gymnastiksaal, wo sich dann Notärzte, Rettungssanitäter und Helfer um sie kümmern.

Am Ende waren alle sehr zufrieden mit der Übung. Kreisbrandinspektor Reinhold Achatz lobte seine Kameraden und den Sanitätsdienst gleichermaßen. Im Ernstfall hätte es wohl die doppelte Zahl an Helfern gebraucht, also 200 Feuerwehrkameraden und 60 Helfer vom Roten Kreuz. Auch der Abtransport wäre nicht notwendig gewesen. Die Verlegung der betroffenen Patienten in eine andere Abteilung ist in einem solchen Notfall die Regel.

Auch 2018 wird die Sirene wieder ertönen. Dann üben die Einsatzkräfte innerhalb des weitläufigen Geländes an einer anderer Stelle. Brandschutzbeauftragter Michael Christ wird sich wieder etwas einfallen lassen.

Quelle: Main-Post