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Bombenfund

Einsatzdatum
16. Oktober 2013 12:33 Uhr
Einsatzort
Bergrheinfeld, Hauptstraße
Schlagwort
THL – Bombe / Amok – Bombenfund
Alarmierungsart
Funkmeldeempfänger
Stichwort
Technische Hilfeleistung > THL Bombenfund
Weitere Kräfte

Einsatzbericht:

Fast 400 Menschen mussten am Mittwoch evakuiert werden. Bei Baggerarbeiten auf einem Grundstück an der Hauptstraße war eine fünf Zentner schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. „Wie waren gestern mit dem Bagger zu Gange, als das Ding plötzlich von der Schaufel gefallen ist“, erzählt der Bauherr, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er hätte ein paar Leute gefragt, ob es das sei, wofür er es halte. Dann rief er schließlich die Polizei.

Schnell war klar: Das Ding muss entschärft werden, die ganze Nacht auf Mittwoch sicherten Polizisten die Fundstelle. Ab 14 Uhr mussten alle Bewohner im Umkreis von 250 Metern um das Anwesen evakuiert werden. Betroffen war der Bereich innerhalb der Straßenzüge St.-Bruno-Straße, Hederichsweg, Kaltenhäuser Straße, Hirtengasse, Schloßgasse und Keilgartenweg.

„In ihrer Nachbarschaft wurde eine Bombe gefunden. Verlassen Sie darum bitte ihre Wohnung“, schallte es aus den Lautsprechern von Feuerwehrwagen und Polizeiautos, die im Schritttempo durch die Straßen Bergrheinfelds fuhren. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Polizisten und Feuerwehrleute gingen von Haus zu Haus, um zu prüfen, ob sich noch jemand in der gesperrten Zone aufhält.

Neben einem Großaufgebot der Polizei waren die Feuerwehren aus Werneck, Bergrheinfeld, Geldersheim, Ettleben, Schnackenwerth, Garstadt, Stammheim und Grafenrheinfeld mit nahezu 100 Mann im Einsatz. Der Rettungsdienst war mit etwa 60 Mann vor Ort, Landrat Florian Töpper kam ebenfalls vorbei. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kam laut Sprengassistent Tom Kohues zum Einsatz.

An den Einschlag der amerikanischen 250-Kilo-Bombe konnte sich der Großvater des Bauherrn sogar noch erinnern. Er erzählte seinem Enkel, wie er damals bei den Luftangriffen 1943 im Keller des Hauses gesessen habe, als es einen Schlag ganz in seiner Nähe tat. Als der Großvater später ans Tageslicht zurück kletterte, sah er einen riesigen Krater in der Küche. Die Bombe war nicht explodiert. Später wurde der Sprengkörper zugeschüttet und vergessen – bis jetzt.

„150 Kilo Sprengstoff sind da drin“, sagte Sprengmeister Josef Beier. Gemeinsam mit Sprengassistent Tom Kohues entfernte er die Zünder von der Bombe, nachdem alle Bewohner im Umkreis in Sicherheit waren. Ziemlich festgerostet seien die Zünder gewesen, so Kohues. Mit viel Kraft und Schmiermittel entschäften die Männer vom Kampfmittelräumdienst die Bombe. Nach etwa einer halben Stunde konnte Entwarnung gegeben werden.

Etwa jeder Zehnte der betroffenen 400 Personen hatte das Angebot angenommen, die Stunden der Evakuierung im örtlichen Pfarrheim zu verbringen. Rettungskräfte brachten vor allem ältere und schwache Personen in die Räume, in denen sie mit Kaffee versorgt wurden.

Mit dabei war auch Hedwig Kimmel, eine gebürtige Bergrheinfelderin. Die heute 83-Jährige hat die Luftangriffe im Jahr 1943 als Jugendliche miterlebt. Bei der Räumung der Bombe am Mittwoch wollte sie erst im Keller bleiben. „Ich habe so viele Luftangriffe im Keller erlebt – aber hier im Pfarrheim bekommt man mehr Informationen“, sagte Kimmel und grinste. Die Stimmung im Pfarrheim war optimistisch, dass schon alles klappen würde. Bei einer Tasse Kaffee nutzten viele die Gelegenheit für einen Plausch. Zur Sicherheit hatte die Rettungsleitstelle jedoch drei Notfallseelsorger entsandt.

Um 16.30 Uhr kam die Entwarnung, die Bewohner durften zurück in ihre Wohnungen. Auch die Hauptstraße, die komplett für den Verkehr gesperrt gewesen war, wurde wieder freigegeben.

Quelle: Meinpost.de

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